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Ein schöner Hinweis zur Vorsicht ist auch Brukers Ausspruch, nichts zu kaufen, für das Werbung gemacht wird. Gesundheitsseiten, die gleichzeitig Nahrungsergänzungsmittel verkaufen oder Affiliate-Programme anbieten (d.h. du kommst fast unbemerkt auf eine Kaufseite, der Blogger oder Webseitenbesitzer erhält eine Provision, wenn du kaufst), sind mit spitzen Finger auf den Berg „Sehr verdächtig!“ abzulegen. Und das wird auch nicht besser dadurch, wenn der Blogger dazu schreibt: „Ich mache hier Werbung, nur das ihr’s wisst“, gerne mit dem Zusatz „Bitte helft mir, damit ich diese Seite weiter finanzieren kann“.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere, der meine Vollwertseite kennt, daran, dass ich auch ein Werbebanner auf meiner Seite hatte. Richtig, aber erstens war ich von dem Shop überzeugt (was natürlich jeder Blogger auch von sich behaupten wird) und zweitens habe ich alle Provisionen an gemeinnützige Organisationen gespendet.

Die gesunde Ernährung ist derzeit das beste Beispiel überhaupt, weil sich auf dem Gebiet so viele tummeln. Früher habe ich mich über die Ökotrophologen lustig gemacht, weil ihre Kenntnisse dürftig und DGE-hörig waren und sind (DGE = Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Heute bin ich schon dankbar, wenn ein Ökotrophologe den Mund aufmacht, da kann ich wenigstens auf grobes Basiswissen hoffen. Heute, schaut einmal ins Netz, weiß jeder Blogger was gesund ist. Und wer einmal mit einer bestimmten Ernährung selbst gesundet oder schlank geworden/geblieben ist, macht gleich eine Weltweisheit daraus. Daher hier die nächste Warnung: Wer keine größere Gruppe aufführt, an dem er seine Thesen nachweisbar belegen kann, spricht nur über sich selbst. Was natürlich legitim ist und interessant sein kann, aber keine Grundlage für eine allgemeingültige Theorie darstellt.

Es gibt Menschen, die leicht Gewicht verlieren, und solche, denen es schwerfällt, und das meine ich körperlich, nicht in Bezug auf Essensdisziplin. Ein Mensch, der leicht Gewicht verliert und glaubt, die anderthalb Kilo Übergewicht, die er mal ein Jahr mit sich herumgeschleppt hat, nur deshalb abbauen konnte, weil er fünf Monate eine reine Schokoladendiät einhielt, stellt sich hin und behauptet fortan, den Stein der Weisen gefunden zu haben: Schokolade essen, jawohl, macht schlank. Erstens wird hier nur ein kurzer Zeitraum beobachtet (wie geht es dieser Person gesundheitlich in zwanzig oder dreißig Jahren?) und dann wird ein Einzelfall, der nicht einmal typisch ist, zum Credo emporgehoben.

Wer diesem Gesundheitsguru jetzt folgt, wird das mit Begeisterung tun. Wer liest nicht gerne, dass Schokoladenkonsum schlank macht? Garantiert werden auf der Webseite des Gurus mindestens zehn begeisterte Kommentare stehen: „Endlich habe ich die Lösung gefunden, danke, ich habe auch in sechs Wochen fünf Kilo damit abgenommen.“ Egal, welchen Quark oder Käse jemand erzählt, es wird immer jemanden geben, der das bestätigt. Und meist wird er auch noch die eine oder andere wissenschaftliche Quelle nennen, deren Nachprüfbarkeit häufig zweifelhaft ist. Dies ist meine traurige Erfahrung nach mehr als zwanzig Jahren Internetlektüre.

Nun wird es richtig spannend, da schreibt nämlich jemand: „Ich habe das versucht, bei mir hat das nicht geklappt, ich habe fünf Kilogramm zugenommen.“ Wenn der Guru diese Zuschrift überhaupt veröffentlicht, wird er sogleich antworten, dass der Diätende mit Sicherheit einen Fehler in der Diät gemacht hat. Vielleicht die Schokolade morgens zu spät gegessen und nicht erst zwanzig Minuten nach dem Aufstehen? Oder aber der Guru nimmt den Klagenden bei einem Seminar beiseite: „Du weißt doch selbst, dass du meinen Anweisungen nicht korrekt gefolgt bist, wir mogeln doch alle mal“, wobei er milde lächelt. Und nicht nur die Gurus handeln so, auch ihre Anhänger misstrauen jedem, der behauptet mit der erwähnten Diät nicht erfolgreich zu sein. Hier angemerkt sei, dass dies leider bei vielen Vertretern der Brukerschen Vollwerternährung genauso wie beschrieben gehandhabt wird.

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