Unfall – ein Gleichnis

Gleichnis

Ein reicher Ziegenhirte hatte eine große Herde. Eines Tages entlief ihm eine Geiß, die das Abenteuer suchte, und der Hirte sprach zu seinem Diener: „Mach dich auf den Weg und bringe mir die Geiß zurück, dann werde ich dich reich belohnen.“

Der Diener machte sich sofort auf den Weg. Tagelang zog er durch das Land, bis er die Spur der Ziege entdeckte. Als er von Ferne die Geiß am Horizont stehen sah, lief er noch schneller, wobei er in Gedanken bereits seine Belohnung ausgab. So bemerkte er gar nicht, dass die Geiß eine Rast am Wegesrand eingelegt hatte, um Hunger und Durst zu stillen.

Als sie sich genug gelabt hatte, wollte sie sich, der Abenteuer müde, wieder auf den Heimweg machen. So überquerte sie einen Weg, um zur nahen Furt zu gelangen, von wo aus mit der Fähre zurückkehren konnte. In diesem Augenblick kam der Diener gelaufen, ohne den Blick nach rechts oder links zu wenden. Er stieß mit der Geiß zusammen. Die Ziege fiel hin, ihre Vorderhufe verfingen sich einer Brombeerhecke.

Da kam eine arme Frau daher und rief: „Dort liegt eine Ziege. Wer eine gestrauchelte Ziege findet und sie befreit, der darf sie behalten, so lautet das Gesetz.“ So führte sie die Geiß glücklich heim, um mit der Milch ihre Kinder zu ernähren.

Der Diener kehrte zu seinem Herrn zurück. Sein Herr schalt ihn: „Wie konntest du deinen Kopf über meine Aufgabe stellen? Du hast die Geiß verloren, weil du statt Achtsamkeit Träume hast regieren lassen. Deshalb werde ich dich von meinem Hof verstoßen.“

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