Ratgeber Handwaschen 2/11

Vorwort

Damit wir uns als Leser, Leserinnen und Autorin näherkommen, werde ich auf das förmliche Sie in diesem Büchlein verzichten. Außerdem verwende ich von der Autorin nur die weibliche Form und setze damit voraus, dass auch die männliche Form damit angesprochen ist.

Lasst mich mit einem Zitat von Johann Wolfram von Goethe beginnen:

„Oh lasst uns die Hände wringen, unter Wasser, mit Schwung
Das macht uns sauber und hält uns jung“ [1]

Schon Goethe also beschäftigte sich mit diesem Thema, und das sicher nicht ohne Grund. Er lässt hier Hermann Wagner, einen älteren Herren, sprechen, der gerade Magdalena, einer jungen Moldawierin, seine Liebe erklärt. Als Magdalena ihm in feurigen Worten erklärt, dass sie in Moldawien durchaus eine ausgeprägte Händewaschkultur haben und er sie damit brüskiere, verfällt Hermann endgültig der jungen Frau. Er fällt vor ihr auf die Knie, fleht sie an, ihn zu erhören. Sie aber weist ihn ab, was nach einer weiteren Irrfahrt Hermann s durch Moldawien schließlich dazu führt, dass er sich das Leben auf tragische Weise nimmt: Er stellt sich solange bei Gewitter mitten aufs Feld, bis ihn schließlich der Blitz trifft. Magdalena erkennt nun, dass Hermann sie wirklich geliebt hat. Sie will aber Ernesto, den jungen Sohn des Bürgermeisters, heiraten und ruft spontan laut aus: „Ich wasche meine Hände in Unschuld in Bezug auf den Tod dieses alten Mannes.“ [2]

Die Literatur ist voller Anspielungen auf das Händewaschen [3], was uns deutlich zeigt: Dies ist ein wichtiges Thema. Dennoch habe ich bei meinen gesamten Literaturrecherchen kein einziges Buch gefunden, das sich wirklich ausreichend mit dem Thema beschäftigt. Warum also gibt es noch keinen Ratgeber für uns, obwohl das Thema doch wichtig ist und durchaus schon lange ernstgenommen wurde? [4] Die Beantwortung dieser Frage sprengt den Rahmen des vorliegenden Buches und sollte in einer eigenen Publikation untersucht werden.

Noch ein kleiner Hinweis: Bei aller Ernsthaftigkeit, die mit diesem Thema verknüpft ist, lernen wir doch leichter, wenn wir auch ein wenig lachen können. Nicht jeder aber erkennt einen kleinen Scherz und so werde ich für die, die noch kein Humorseminar besucht haben und auch keine Naturbegabung sind, Scherze durch ein nachgestelltes „[LOL]“ markieren [5].

Zuerst aber möchte ich dich an der Hand nehmen, die du bitte vorher gründlich gewaschen hast [LOL], und dich durch die Jahrhunderte führen, in denen die Handwäsche stets wichtiger war als die Ganzkörperdusche.

[1]          Johann Wolfram von Goethe. Reise nach Moldawien: Eine kleine Unterweisung. 27. Auflage 2016, Stockholm, New York und Wolfenbüttel, Seite 27ff.

[2]          Ebd., Seite 185.

[3]          Siehe u.a. Richard von Weizecker, „Mein Leben als Pilot“, 1997, Seite 18-110.

[4]          Sofrates, „Seine drei wichtigsten Reden“, in der Übersetzung von Karl Mangersfield, 1883, Seite 27.

[5]          LOL kommt vom Englischen „Let Out Laughter“, deutsche Fassung: „Lass [den] Ollen Lachen“.

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