Ratgeber Hände waschen 6/11

Schädliche Folgen von falschem Händewaschen

Körper

Schon die berühmte Hygieneforscherin Michaela Wietsch von der Universität Hildesheim weiß, wie gefährlich falsches Händewaschen sein kann. In einem mit mir geführten Interview am 3. Mai 2018 erklärte sie mir, wie der Körper schwere Schäden nehmen kann. Ihren Beitrag zu kochendem Wasser habe ich stark verkürzt, weil das schon im letzten Kapitel abgehandelt wurde. Wietschs Kommentar hierzu gekürzt: „Nimm kein […] kochendes Wasser“. Händewaschen ist nur ein Teil der Hygienemaßnahmen. Der Begriff Hygiene wurde schon 1911 von Max Rübe definiert: „Hygiene ist die bewusste Vermeidung aller der Gesundheit drohenden Gefahren und die Bestätigung gesundheitsmehrender Handlungen“ [Mikipedia, abgerufen am 19.4.2018, 14:03 Uhr].

Wietsch führte aus, dass unzureichend gewaschene Hände aufgrund von Verspannungen zu schweren Wirbelsäulenschäden führen können. In ihrer noch unveröffentlichten Doktorarbeit führt sie eine Statistik auf, die ich hier freundlicherweise zusammenfassen darf: Rund 81 Prozent aller Bandscheibenvorfälle in Rheinland-Pfalz in den Jahren 1913 bis 1973 gehen auf Unaufmerksamkeiten beim Händewaschen zurück. Dies ist eine erschütternde Zahl, die es zu reduzieren gilt!

Psyche

Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist die Katharsis (griechisch κάθαρσις „Reinigung“), mit der die Psychologie die vielfach widerlegte Hypothese bezeichnet, dass das Ausleben innerer Konflikte zur inneren Gesundheit führt. Hieraus wird die Manukatharsis abgeleitet, ein Fachbegriff aus der Psychologie für die Handreinigung, etwa zu vergleichen mit Handwaschung.

Allen Ansätzen (es wird hier nur eine Auswahl angeführt, weil die gesamte Literaturliste den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde) ist gemeinsam, dass die Manukatharsis als etwas verstanden wurde, das einen Händewascher auch moralisch verbessern sollte. Diese Ansätze hatten sehr große Einflüsse auf Sigismund Freuds Theorien zum Waschen ganz allgemein.

Sigismund Freud vergleicht das Händewaschen mit einem sexuellen Akt: vom Vorspiel (Ergreifen der Seife und Aufdrehen des Wasserkrans) bis zum Orgasmus (Trocknen der Hände durch heftiges Reiben an Stoff- oder Papiertüchern). Für Freud ist es von essentieller Wichtigkeit, dass keine Phase des Händewaschens verkürzt wird, weil Demenz, manisch-depressive Stimmungen und Hypermaniphonie den Betroffenen für Jahre an die stationäre Pflege binden können [18]. Carlo Gustavo Jung hingegen sieht das etwas differenzierter, weil er auch die Phase nach dem Abtrocknen der Hände in seine Überlegungen mit einbezieht. Für ihn ist die manisch-depressive Stimmung beim Händewaschen nur ein Vorläufer für die schizophren-psychogoge Phase nach dem Abtrocknen der Hände, das er wiederum als eine Art Geburtsakt betrachtet. [19]

[18]        Sigsimund Freud, „Waschen als Abgang, Waschen als Aufgang“, 1928, S. 514-725.

[19]        Carlo Gustavo Jung, „Eine lebenslange Geschichte des Waschens“, 1957, S. 1-1213.

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