Ratgeber Hände waschen 8/11

Auch für die jeweiligen Altersgruppen sind Besonderheiten zu beachten. Wir unterscheiden zwischen Säuglingen (Geburt bis 12 Monate), Kindern (1-12 Jahre), Jugendlichen (13-18 Jahren), Erwachsenen (19-54 Jahre), Senioren (55-70 Jahre) und wirklich alten Menschen (70+).

Abbildung 3: Säugling

Säuglinge, und darauf ist besonders zu achten, sind noch nicht in der Lage, sich die Hände ordnungsgemäß selbst zu waschen. Auf die Zartheit der noch frisch entwickelten Finger ist zu achten, weil sich sonst Behinderungen für das ganze Leben ergeben können. Gibt man dem Säugling ein Stück Seife statt eines Schnullers wird er spielerisch an die Verwendung der Seife herangeführt.

Abbildung 4: Kinder

Kinder sollten mit Hilfe eines Vorbilds, möglichst eines erwachsenen Elternteils, vorsichtig, aber konsequent an das regelmäßige Händewaschen herangeführt werden. Von Schlägen auf den Hinterkopf zur Förderung des Nachahmungstriebs im Alter von 6-12 Jahren ist man abgekommen. Außer Haus sollte das gleichgeschlechtliche Elternteil die Aufsicht übernehmen.

Abbildung 5: Jugendliche

Jugendliche neigen zu trotzigem Verhalten. Wenn du weißt, dass dein Kind so reagiert, sag ihm einfach, es soll sich nicht die Hände waschen. Der Erfolg folgt auf dem Fuße [LOL, wir hatten schon lange keinen Scherz mehr]. Jugendliche, die sich ein Tattoo haben stechen lassen, sind meist besser ansprechbar, wenn es um die rationalen Erläuterungen für Hygienevorschriften geht.

Abbildung 6: Erwachsene

Das Erwachsensein ist derjenige Alterszustand des Menschen, in dem er das Händewaschen in voller Eigenverantwortung trägt. Wer sich mit 35 oder 47 Jahren noch sagen lassen muss: „Wasch dir vor dem Essen die Hände!“ sollte eine Elternablösungstherapie erwägen.

Abbildung 7: Senioren

Wann man ein Senior ist, kann man an den Plakaten für Seniorenveranstaltungen und Reden von Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen erkennen. Seniorenmessen finden derzeit ab 55 Jahren statt, dieser Zeitraum kann sich aber je nach Verkaufsbedarf der entsprechenden Firmen noch verkürzen. Senioren sind zwar noch arbeitstüchtig und einsetzbar, brauchen aber beim Händewaschen doch gelegentlich schon wieder die Erinnerung von Erwachsenen. Mit der generellen Anrede „Oma“ oder „Opa“ kann man sich immer dann aushelfen, wenn man den Namen einer Person nicht kennt. „Hallo Opa, haben Sie sich auch wirklich die Hände nach dem Toilettengang gewaschen, ich habe das Rauschen der Wasserspülung nicht gehört!“ Man kann das Händewaschen in dieser Altersgruppe sehr gut nutzen, um seine erzieherisch prioritäre Position klarzumachen.

Abbildung 8: Ganz alte Menschen

Ganz alte Menschen können wir prinzipiell mit Säuglingen in der Versorgungspflicht gleichsetzen. Mit 70+ darf man noch gewisse Dinge tun wie wählen, Autofahren, Rente abholen und unter die Kinder respektive Enkel verteilen. Damit erhalten wir diesen Menschen das Gefühl der Selbstbestimmung. Damit der Übergang zur unvermeidlichen Bettlägerigkeit mit Entmündigung nicht zu plötzlich kommt, empfehlen sich die ersten Schritte der Verantwortungsübernahme. Händewaschen ist hier ein guter Schritt. [20]

[20] Ute-Marion Wilkesmann, „Entmündigung von Eltern, Großeltern und alten Nachbarn: Ohne Schmerz aus der Verantwortung“, 2013.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s