Ratgeber Hände waschen 9/11

Schlusswort

Nun haben wir zusammen eine Reise vom ersten Händewaschen bis zum Abtrocknen derselben gemacht. Der Humor ist dabei auch nicht im Klo heruntergespült worden [LOL].

Was aber haben wir gelernt? Ja, auch ich habe beim Schreiben dieses Büchleins noch einiges hinzugelernt, obwohl ich mich auch vorher schon eine Expertin in Sachen Händewaschen nennen durfte. So ist das für Autoren und Autorinnen: Die Leser und Leserinnen lernen, aber die Autoren und Autorinnen lernen ebenfalls, weil viele Dinge, die uns Autoren und Autorinnen bekannt sind, erneut belegt werden müssen. Denn nur wer Aussagen mit Quelle angibt, kann ernst genommen werden.

Mein Ziel als Autorin bzw. Autor war es, euch, liebe Leser und Leserinnen, einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Bedeutung das Händewaschen in der menschlichen Evolution hatte, welche Stellung es in der heutigen Zeit in unserem Kulturkreis einnimmt und wie wir es am besten vornehmen. Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, dies in einen handlichen Ratgeber zu packen, und schon die geringe Seitenzahl zeigt mir, dass mir dies gelungen ist.

Lasst mich zum Schluss noch einen Blick in die Zukunft werfen. Was kann uns die Hygieneforschung speziell im Untergebiet Händewaschen noch anbieten?

Viel Informatives dazu erfahren wir von Professor Michel Lauhof. Der Hannoveraner ist Leiter des Instituts für medizinische Mikrobiologie und als solcher Nachfolger von Emil von Bärring. Er plädiert für „mehr Ehrlichkeit“ in der Debatte um Handwaschhygiene und Abtrockentuchkeime. In seinem neuesten Buch [21] widmet er ein Kapitel der Zukunft der Hygiene und stellt Trendanalysen und Computersimulationen auch zum Händewaschen vor. Ich fasse das einmal kurz zusammen:

Die Automation wird auch hier verstärkt. Flüssigseifenspender gibt es bereits, die genau abgemessen die ideale Flüssigseifenmengen (manchmal auch Seifenschaum) abgeben. Diese Automaten werden differenzierter, d.h. wir finden die Einstellungen „normal“, „nach der Toilette“ und „nach einem Autounfall“ vor, die wir entweder durch einen Sprachbefehl oder eine entsprechende App auf unserem Smartphone anwählen können. Ein Roboter führt unsere Hände dann zur exakten Position, auf der wir die Seifenmenge in Empfang nehmen können. Mittels Bluetooth-Verbindung teilt der Seifenspender dem Wasserkran nun mit, welcher Verschmutzungsgrad vorliegt. Der im Wasserkran eingebaute Chip entscheidet daraufhin über benötigte Wassermenge und Wassertemperatur. Eine Computerstimme, je nach Wahl weiblich oder männlich, gibt dann einen Count-Down vor. In dieser Zeit müssen wir die Hände vom Dosierspender unter den Wasserkran führen. Ein Sensor im Wasserkran überprüft die korrekte Position und gibt ggf. noch Korrekturen vor. Vor dem Wasser wird noch ein fluoreszierender, für das menschliche Auge nicht sichtbarer Nebel auf Hände und Handgelenke gesprüht, der noch unter die Seife dringt. Nun fließt das Wasser über eine vom Chip berechnete Zeit. Wenn die computergeführte Videokamera im Wasserkran feststellt, dass der Waschvorgang nicht korrekt durchgeführt wurde, erfolgt eine Aufforderung zur Wiederholung von Einseifung und Abwaschung. Erst wenn der Videosensor „erkennt“, dass keine fluoreszierende Masse mehr auf Händen / Handgelenken vorhanden ist, wird das Wasser endgültig abgestellt, die Computerstimme sagt: „Waschvorgang beendet. Wie möchten Sie trocknen?“ Mit Stimmbefehl oder eurer oben erwähnten App könnt Ihr euch für Warmluft oder Papiertücher entscheiden. Neben dem Wasserkran öffnet sich dann ein computergelenkter Schacht, der entweder warme Luft verströmt oder zwei Papiertücher ausspuckt.

Erst wenn der Feuchtigkeitsmesssensor über dem Spiegel feststellt, dass eure Hände sauber und vor allem auch ausreichend trocken sind, wird die Tür zur Toilette wieder entblockt. Falls diese Deblockierung der Tür nicht funktioniert, kannst du mithilfe deiner App einen Notdienst herbeirufen.

Nun hoffe ich, lieber Leser, liebe Leserin, dass du dich in Zukunft nie wieder fragen wirst: „Oh, was muss ich beim Händewaschen beachten?“

In Liebe eure Ute-Marion Wilkesmann

[21] Michel Lauhof, „Die Zukunft der Hygiene im 21. und 22. Jahrhundert“, 2018, S. 738-747.

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