Ratgeber Hände waschen 11/11

Zwölf wertvolle Tipps zum Handwash-Coaching

  1. Zielvisualitätsheit herstellen
    Besonders praktische Menschen verstehen selten, dass sie sich sehr viel Zeit nehmen müssen, um das Ziel des Coachings genau zu definieren. Dabei gilt für ein Coaching das Gleiche, was auch im Couch Management gilt: Wenn die Hand nicht wirklich sauber gewaschen ist, ist oftmals auch der Waschvorgang unklar. Dadurch gerät der Prozess ins Stolpern und der Erfolg des Coachings steht in Frage, was einer Katastrophe gleichkäme. Auch wenn der Klient selbst zunächst gar keine klaren Zielvorstellungen hat, sorgt der erfahrene Coach dafür herauszufinden, wie viele Ziele er dem Klienten verkaufen kann.
  2. Probleme entwickeln, ohne die Lösung genau verstanden zu haben
    Das Problem darf nicht zu schnell entwickelt werden, weil das die Anzahl der erforderlichen Coaching-Sitzungen minimiert. Manchmal steckt hinter zu schnellen Lösungsansätzen auch mehr, der CoachIn will rasch einen Erfolg produzieren oder den Klienten, weil er ihm unsympathisch ist, schnell loswerden. Das heißt, der Marsch geht auf die Lösung zu, ohne dass das Problem verstanden wurde. Da droht der Holzweg! Das Problem muss erst vollständig und in aller Tiefe ausgelotet entwickelt werden. Nur Ärzte, die keine Ahnung haben, was es geben soll, behandeln einfach darauf los, ohne eine vernunftbetonte Diagnose zu stellen.
  3. Bedeutsamkeit
    Erfahrene Coachess/Innen wissen, dass sie niemals unterschätzen dürfen, wie wichtig es ist, für den Klienten/die Klientin in Bezug auf dessen/deren Problem Bedeutsamkeit zu gewinnen. Hier muss das Coaching auf Augenhöhe verlaufen, was nicht immer einfach ist. Manchmal hilft hier schon eine kleine Stufenleiter. So entwickelt der Klient keine Abwehrmechanismen, wenn es darum geht, das Bankeinzugsverfahren zu unterschreiben. Gezielte Fragen, ungewöhnliche Sichtweisen, Erweiterung des Bezugsrahmens und vieles andere mehr eröffnen den Klienten neue Ansichtswinkel.
  4. Prozess und Inhalt des Coachings müssen übereinstimmen
    Der Coach muss an der Work-Life-Balance des Klienten arbeiten, was immer das auch sein mag. Prozedere und Content im Sinne von Inhalt müssen im Coaching zueinander passen, Punktum, Schluss, Basta. Der Klient will sich immer am lebendigen Vorbild orientieren und nicht an schönen Worten. Die Inhaltsebene verliert immer gegen die Prozedereebene, das ist im Coaching nicht anders als bei der Umerziehung Krimineller. Der Coach muss in der Lage sein, alle unterschiedlichen Ich-Zustände einzunehmen, um dem Klienten auch ein Handwasch-Modell-Lernen zu ermöglichen.
  5. Ratschläge dürfen sein – wenn sie passen
    Ratschläge sind auch Schläge, mehr wissen viele Coaches auch heute noch nicht. Wir finden diesen Glaubenssatz in der Literatur, es wird überall gelehrt und doch finden wir es verkehrt. Kein Eiertanz ist hier angesagt, in dessen Verlauf der Klient vielleicht selbst erkennt, was er zu tun hat: Wasserkran aufdrehen oder Einseifen. Das kann ihm der Coach ruhig sagen, wir müssen als Coaches und Coachessinnen also sehr genau hinschauen, wann es angemessen und gut ist, Rat- und Umschläge zu geben und wann nicht.
  6. Aufpassen,  nicht unbewusst die Handwaschweise des Klienten zu übernehmen
    Lassen Sie sich nicht hypnotisieren!
  7. Analysieren, was sich unter der Oberfläche verbirgt
    Analysieren und interpretieren Sie, was das Zeug hält! Darüber freut sich der Klient, weil er sich verstanden fühlt. Wenn das nicht funktioniert, ist es meistens möglich, tiefer und tiefer zu gehen und zu erfassen, was sich unter der Oberfläche vielleicht verbirgt. Möglicherweise reicht aber auch das Bearbeiten der blockierenden Verhaltensweisen nicht aus. Hat der Klient einen willkürlich gewählten psychologischen Hintergrund erst einmal verstanden, fällt es ihm viel leichter, sein nicht-konstruktives Verhaltensmuster aufzulösen.
  8. Aufmerksam gegenüber psychologischen Spielen sein
    Falls der Klient/die Klientin auf die vermessene Idee kommt, psychologische Spiele mit Ihnen zu veranstalten, seien Sie einfach schneller! Bringen Sie sich selbst in die Opferposition, und der Klient wird versuchen, sie zu retten, indem er selbst Seife und Trockentücher spendiert. Wer mehr über psychologische Spiele erfahren möchte, findet ein wenig Auskunft in „Schluss mit Handwasch-Spielchen“ von Reneto und Ulrike Dehner, erschienen bei Sahrkamp.
  9. Sauberes Feedback geben
    Ein Coach, dem es schwerfällt, kritische Waschweisen anzusprechen, kann kein gutes Coaching machen, denn dabei kann es durchaus erforderlich werden, einen Klienten / eine Klientin deutlich auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen.
  10. Eigene Wertungen nicht in den Vordergrund stellen
    Wenn der Klient / die Kleintin meint, er / sie wisse bereits genau, wie man sich die Hände in Unschuld wäscht, schweigt der Coach erst einmal besser. Nachdem er sich den Klienten-Waschvorgang angeschaut hat, kann er immer noch entscheiden, ob er das neu gelernte Verfahren adoptiert oder sein eigenes durchsetzt.
  11. Das zur Erklärung passende Problemmodell wählen
    Der Altmeister der Hygienetransferwissenschaft Paul Witzliwiak hat gesagt: „Wer als einziges Werkzeug nur einen Hammer besitzt, kann nichts außer Nägel einschlagen.“ Entscheidend für das erfolgreiche Coaching ist allein, welches Erklärungsmodell man wählt. Also erst die Praxis anschauen und dann die Theorie daran anpassen.
  12. Nichts wollen – schon gar nicht mit Gewalt
    Alle Menschen sind gern erfolgreich bei ihrer Arbeit. Wird man dabei aber zu ehrgeizig, kann das ins Gegenteil ausarten und der Klient / die Klientin verlässt die Couch doch mit schmutzigen Händen. Druck auf den Klienten sollte niemals subtil sein, immer nur stark und direkt. Zu viel zu wollen kann sich auch ereignen, wenn es um einen lukrativen Auftrag geht, den man als Coach unbedingt haben möchte. Bitte auch hier Schritt für Schritt vorgehen, auf keinen Fall den Klienten / die Klientin mit starkem Wasserstrahl oder kochendem Wasser traktieren, es hat sich gezeigt, dass dieses Vorgehen nicht zielführend ist.

 

PowerPoint-Folien

Die von Nellie Förster vorgelegten Zeichnungen bei der Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt es auch als PowerPoint-Folien. Jede Folie enthält ein Bild und maximal sieben Blickfangpunkte mit Text. Preis auf Anfrage.

Literaturangaben

Die über den Text verteilten Literaturangaben können auch hier gesammelt werden. Der Verleger und ich sind uns da noch uneins.

2 Gedanken zu “Ratgeber Hände waschen 11/11

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