Zu Zacharias (2/4)

Der alte Zacharias schüttelte den Kopf: „Tut mir leid, kleine Zoe, aber Schokokekse habe ich nicht. Nur Kakao.“

„Ich bin überhaupt nicht klein, ich bin die Drittgrößte in meiner Klasse!“, entrüstete sie sich. Zacharias entschuldigte sich sehr förmlich und machte dabei einen tiefen Diener: „Es tut mir leid, Fräulein Zoe, ich hatte das nicht böse gemeint!“

Zoe musste lachen, sowas gibt’s doch nur im Fernsehen: „Froilein“. Zacharias schlurfte ins Haus, Zoe stand einige Minuten am Gartenzaun. Gerade als sie dachte, dass jetzt nichts mehr passiert und sie nach Hause gehen wollte, kam Zacharias mit zwei dampfenden Bechern durch die Terrassentür. Er machte sich jeden Mittag einen Kakao: ein Esslöffel Trinkschokolade, noch etwas Zucker extra und darauf goss er Milch. Das Gebräu stellte er in die Mikrowelle und ließ es kochen. Jetzt hatte er die doppelte Menge abgemessen, er hatte sich etwas vertan, im Topf war noch Milch übrig, die reicht aber nicht für eine zweite Portion.

„Das muss ich mir merken, die kann ich morgen mitverbrauchen.“

Sie setzten sich auf zwei Gartenstühle, tranken ihren Kakao in vorsichtigen Schlucken. Zoe sah sich neugierig um. „Wohnst du hier ganz allein?“ Zacharias nickte. „Ich wohne mit meiner Mama und meiner kleinen Schwester da drüben“, mit diesen Worten machte sie eine vage Handbewegung in Richtung Gartentor.

Sie unterhielten sich eine halbe Stunde, wobei die muntere Zoe den Großteil des Gesprächs führte. Zacharias amüsierte sich. Nach einer halben Stunde aber war es ihm genug, er wollte unbedingt das eine Beet noch fertigbekommen, bevor die Sonne unterging. Zoe bedankte sich artig für den Kakao „Der war total lecker, fast noch besser als der von meiner Mama!“ Sie ging zum Gartentor und sie winkten einander zu. Dann lief sie die Straße herunter, drehte sich immer wieder um und winkte, bis sie aus dem Sichtfeld verschwunden war. Zacharias stand da und lächelte. Dann nahm er die beiden Kakaobecher, brachte sie in den ersten Stock und wusch sie schnell in der Küche aus. Die erkaltete Restmilch füllte er in einen der Becher, den er dann in den Kühlschrank stellte. Er kehrte in den Garten zurück und fuhr mit seiner Arbeit fort, bis die Sonne unterging.