Krimi to go – C wie Caesar (1/2)

C wie Caesar

Während ich in der Küche die Spülmaschine einräumte, überlegte ich, wie wohl der Krimi ein C aufnehmen könne. Über einen Namen? Da kam mir Caesar in den Sinn. Ja, eine der männlichen Hauptfiguren sollte Caesar heißen. Das gefällt mir, ohne dass ich einen Grund dafür nennen könnte. Wenn ich einmal gleich zum Versicherungsfall übergehe: An der Tür steht „Versicherungsfachmann C. Dubczik“. C wie Caesar, wie unser Freund gerne hinzufügt. Dritte Generation Deutschland, ursprünglich Slowakei. Dies gehört unter D wie Dubczik. Dubczik hieß übrigens erst Dubiczek. Während ich über die Kombination mit Caesar nachdachte, gefiel mir das nicht, der Name hinterließ so ein „das gibt’s nicht“-Gefühl. Also stieg ich um auf den handlicheren Dubczik. Eine nachträgliche Recherche im Internet bestätigte es: Dubiczek gibt es nicht, Dubczik recht häufig. Was einmal wieder zeigt, was unser Gehirn so alles aufnimmt, ohne dass wir es merken. Denn irgendwoher musste ich doch „wissen“, warum der eine Name mich überzeugt, der andere nicht, denn Kubiczek gibt es und ist mir auch bekannt (die Schauspielerin Ruth Maria). Und ich habe keinerlei Verbindungen zur Slowakei, weder in der Familie noch im Freundes- oder Bekanntenkreis. Ein Treffer, den es im nächsten Kapitel zu beleuchten gibt.

Wenn ich es mir im ersten Fall (der Leiche) einfach machen möchte, heißt der Tote Caesar mit Vornamen. Das gefällt mir auch gut: ein Mann so um die fünfzig, massiv, aber nicht dick, fülliges Haar, ein guter Anzug, eine gut gefüllte Brieftasche (wenn sie noch am Tatort liegt). Caesar Cornelius könnte er heißen, was mir irgendwie zu albern ist, auch wenn es diese Kombinationen gibt, nicht zuletzt in Walter Wilkesmann (was ein Stabreim ist). Caesar Beier oder Beyer wiederum erscheint mir ein guter Leichenname. Und ja, seine Brieftasche sollte am Tatort sein, sie liegt offen im Gras. Und hier fängt es schon an, dass ich zurückblättern muss: Lag der Tote wirklich im Gras oder war da nicht was mit Asphalt? Ich habe nachgeschaut: Die Leiche liegt halb auf der Straße, aber am Ortsausgang, die Brieftasche könnte also mit Glaubwürdigkeit durchaus im Gras liegen. Offen, durchsucht, etwas fehlt, seine Frau weiß erst gar nicht, was das sein könnte, als man sie befragt. Die Fotos der Kinder sind noch da, ihres auch – fehlt da nicht eine Visitenkarte? Es fällt ihr schwer sich zu erinnern, während sie mit den Tränen kämpft. Oder war es die Karte zum Bankfach? Caesar Beyer ist seit sechsundzwanzig Jahren mit seiner Frau Kirstin verheiratet, sie haben drei Kinder. Da ist die Älteste, jetzt vierundzwanzig, mit dem schönen Namen Elaine. Der Mittlere ist vierzehn, da klafft eine kinderlose Lücke. Es wäre interessant zu erfahren, warum es solange bis zum zweiten Kind gedauert hat. Dragon, der Name des Sohns, ist ebenfalls ausgefallen. Was war der Grund für die Lücke? Karriere? Es klappte nicht wegen Stress, mangelnder Gesundheit? Da es nicht wirklich etwas mit dem Fall zu tun hat, können wir das hier vernachlässigen. Das Nesthäkchen der Familie ist zwangsläufig verwöhnt, was zu ihrem Namen Naomi passt. Die Zehnjährige sitzt mit großen Augen neben ihrer Mutter, während diese die Fehlschaften in der Brieftasche zu klären sucht. Naomi hat noch nicht wirklich begriffen, wie umfassend sich ihr Leben ändern wird. Der Caesar ist hier gut eingebettet.