Krimi to go – C wie Caesar (2/2)

Bleibt die Familie Mustermann. Mit Caesar Mustermann kann ich nichts anfangen, das löst keine Gedanken aus. Der Postbote, der zu einem Schicksalsboten zu werden scheint, würde den Namen Caesar gut tragen können. Es ließe ihn aus der Masse der Postboten mit seinem klassischen Namen herausragen. Es würde auch bedeuten, dass er mehr sein müsste als nur der Entdecker einer blutgerinnungsfördernden Szene, das wäre sonst Verschwendung eines Namens. Der Übeltäter kann er nicht sein, dafür geht er zu unschuldig an die Szene heran. Es bestünde die Möglichkeit, dass er sich sozusagen als Hobby-Detektiv betätigt. Allerdings müsste dann am Ende ein Happy End stehen, vielleicht mit einer Caesarine? Nein, das ist albern. Andererseits könnte auch Frau Mustermann geborene Hellerwiesen einen jüngeren Bruder haben, Caesar Hellerwiesen. Er ist – wie könnte es anders sein? – das schwarze Schaf der Familie. Vor allem Familie Mustermann schaut auf Caesar H. herab, weil er sein Studium nicht beendet hat, abgerutscht war und sich aber letztendlich bekrabbelt hat. Nun besitzt er ein großes Fitness-Studio, dessen Finanzierung der Mustermannschen Seite suspekt ist. Er ist so eine Mischung aus Lebemann, Charmeur und Finanzjongleur, immer gut gelaunt, selten sieht man ihn ernsthaft. Bis auf die letzte Szene, in der er seiner Traumfrau seine Liebe gesteht. Wobei noch zu überlegen wäre, wie diese in die Geschichte passt, denn so eine Traumfrau fällt im Krimi nicht vom Himmel. Wollte man den Leserinnen der Geschichte einen Gefallen tun, so ist die Traumfrau eine eher unscheinbare Gestalt, die schon einige Jahre in Caesar Hellerwiesens Umfeld vorhanden ist, die er aber nie wahrgenommen hat. Während sie nun gemeinsam vom Schicksal gerüttelt durch die Krimiwogen geschwappt werden, entdeckt Caesar, dass die junge Frau gar nicht so unscheinbar ist, wie er immer dachte, dass sich ihr ganzes Gesicht bildschön verändert, wenn sie lächelt, vor allem, wenn sie ihn anlächelt. Ein Traum aller unscheinbaren Frauen oder solcher, die es werden wollen.