Krimi to go – F (1/2)

F wie Finanzen oder Friedhof

Finanzen spielen in Krimis immer eine große Rolle. Daher fände ich eine Verbindung zwischen dem Finanzgenie oder Finanzversager Caesar Hellerwiesen und Nadine nicht uninteressant, es würde zwei Geschichten verknüpfen können. Immerhin geht es bei Nadine um Versicherungsbetrug. Es ließe sich hier also über die Finanzen eine romantische Beziehung anbahnen. Caesar und Nadine klingt gut. Andererseits heißt der angesprochene Versicherungsdetektiv ebenfalls Caesar. In einer Geschichte gleich zweimal so ein seltener Name? Das scheint mir doch nicht so gut, also bleiben beide Geschichten getrennt und haben keinen gemeinsamen roten Faden. Schade, denn der Leichtfuß Caesar gefällt mir gut zur netten Nadine.

Ein Teil der Geschichte könnte auch auf dem Friedhof spielen. Das böte sich für den Versicherungsfall an. Der Großcousin von Nadine ist ja nach seinem Tod auf einem Radarfoto zu sehen, also würde es sich anbieten, das Grab zu öffnen. Es könnte natürlich sein, dass der angeblich Tote verbrannt wurde. Da gäbe es dann die Möglichkeit, dass keine Asche in der Urne ist oder alternativ, das Asche in der Urne ist, man aber nicht weiß von wem. Nun weiß ich bedauerlicherweise nicht, ob man an Asche noch irgendetwas feststellen kann, so rein forensisch. Hier wäre Recherche vonnöten! Kann man anhand der Asche noch etwas sehen, so ließe sich dann einfach herausfinden, ob ein Berg Papier, drei tote Kaninchen oder eine menschliche Leiche verbrannt wurden. Ich tendiere zu menschlichen Überresten, damit sich der Krimi schließlich auch um einen Mord dreht, nicht um einen reinen Versicherungsbetrug.

Wie wird die Urne geborgen? Aus der Erde lässt sie sich ausgraben, oder steckt sie in einem Kolumbarium? Bis vor kurzem kannte ich nur die Möglichkeiten, die Urne im Boden zu bestatten. Dank meiner Aktivitäten mit Pokémon Go habe ich die Existenz von Kolumbarien als Platz für Urnenbestattungen kennen gelernt. Wie auch immer – bitte kein Nieselregen, kein Gewitter oder sonstig kitschiger Hintergrund für das Bergen der Asche, das ist so ausgelutscht. Caesar (D.) und Nadine sind dabei, das Wetter ist herbstlich schön und die Vögel zwitschern. Dennoch läuft Nadine ein kalter Schauer über den Körper. Nun müsste ich wieder recherchieren. Man kann doch nicht einfach zum Friedhofsgärtner gehen und sagen: „Bitte holen Sie die Urne von Tante Berta aus dem Grab, ich möchte sehen, was in der Urne ist.“ Wo beantrage ich das Öffnen eines Grabs (Kolumbariumsplatzes) und wer muss / darf dabei sein? Da ich fest entschlossen bin, nichts zu recherchieren, muss ich diesen spannenden Pfad leider wieder verlassen. Ein letzter Blick auf den Friedhof zeigt, wie Caesar und Nadine sich erstaunt über den Kopf des Friedhofsgärtners anschauen. Der Rest vergeht in Recherche.

Natürlich könnte auch ein Friedhof im Fall des ermordeten Caesar Beyer (Anfang 1) eine Rolle spielen. Wir alle wissen aus zahlreichen Krimis, dass die Polizei im Hintergrund die Beerdigung beobachtet, weil sie Aufschlüsse von den Besuchern erwarten. So nach der Regel „Der Mörder kommt häufig zur Beerdigung.“ Dies ist reines Filmwissen, aber so häufig tradiert, dass ich es einfach übernehmen kann.