Krimi To Go – N (2/4)

Notiv Nr. 2: Habgier

Habgier passt irgendwie immer. Von Caesar Beyer wissen wir bereits, dass er beraubt wurde. Bei Familie Mustermann ließe sich mit Sicherheit eine Habgier-Komponente einbauen: Mordlust vorrangig, und dann werden die Schubladen mit blutigen Händen nach Wertvollem durchsucht. Was sich auch finden lässt, denn Herr Mustermann hat noch gar kein Hobby. Dass er eine überaus wertvolle Werkzeugsammlung besitzt, bezweifle ich. Es wäre allerdings doch recht neu im Krimigenre, dass nach einer Blutorgie die Werkzeugbank abgeschleppt wird. Lieber lassen wir Herrn Mustermann etwas verschroben und altmodisch in alten Dingen sein, weswegen er nach der Bankenkrise im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhundert nicht mehr bereit war, sein Geld in der Bank auf einem Tagesgeld- oder Sparkonto zu horten. Einen Teil ja, dann müssen sie auch noch das Haus abbezahlen. Er verdient gut in der IT-Branche und hat eine beträchtliche Menge Bargeld in einem kleinen Tresor im Schlafzimmer versteckt. Der Tresor steckt, ganz klassisch, hinter einem impressionistischen Bild. Ein nicht besonders teurer Druck, und der Impressionismus hat auch mit der ganzen Geschichte rein gar nichts zu tun. Der oder die Mörder hat/haben sich nach der Bluttat noch die Zeit genommen, diesen Tresor zu knacken und zu leeren. Schätzungen belaufen sich auf eine Bargeldsumme im hohen fünfstelligen Bereich. Geld, das Caesar Hellerwiesen zumindest teilweise erben würde. Daher muss dieses Geld auch erneut auftauchen, denn es ist eine gute Basis für die von C.H. und Klara-Anna zu gründende Detektei. Eine Mischung aus Blut- und Habgier scheint mir eine recht gute Kombination, die auch ein bisschen Überraschung für die Leser parat hat.

Habgier spielt im Versicherungsbetrug ganz gewiss eine Rolle, das fängt schon mit dem lebendigen Toten an. Versicherungsbetrug ist immer Habgier, egal ob man eine Kontaktlinse verliert und dann den Onkel bittet, dass er das auf seine Haftpflicht nimmt, oder ob man seinen eigenen Tod vortäuscht und dann das Konto des hinterbliebenen Partners, der die Versicherungssumme erhält, auf trickreiche Weise plündert.