Krimi to Go – R (2/2)

Raub und Raubmord gehören zu den niederen Motiven und häufig dienen sie in Krimis auch nur zur Vertuschung einer Beziehungs- oder anderen Tat. Ob das im wirklichen Leben auch so ist, weiß ich nicht. Dazu müsste ich dann Recherchen in diversen Mordkommissariaten anstellen, denn ein Kommissar allein macht noch keinen Wissenssommer. Das klingt nach peinlichen Momenten (ich erhalte keine Genehmigung, werde komisch angeguckt, ausgelacht, verächtlich behandelt, was mir als gute Autorin egal sein sollte) und viel Lauferei. Zwar laufe ich gern, aber nicht so. Ich nehme es daher einfach als Tatsache hin.

Im Fall von Caesar Beyer ist der Raub sowieso nur eine Beigabe, das ist selbst der Polizei bald klar. Ein Juwelen-Räuber tötet und läuft mit seiner Beute weg, alles andere erhöht die Entdeckungsgefahr. Nun könnte man natürlich in feinster forensischer Arbeit feststellen, dass der Schuss nur wenige Sekunden vor dem Dolchstoß erfolgte. So könnte Boris abends spazieren gehen, voller Zorn auf Caesar, weil er findet, dass ihm – Boris – Sandra zustünde, nicht Caesar. Er sieht Caesar auf der dunklen Straße, entschließt sich, ihm zu folgen und ihn grob zur Rede zu stellen. Da ertönt ein Schuss, er sieht wie sich eine dunkle Gestalt über Caesars unbewegten Körper beugt, davonhuscht, und dann hört Boris das Geräusch eines sich schnell entfernenden Wagens. Boris springt aus seiner dunklen Ecke, aus Caesars Mund läuft etwas Blut, er bewegt noch seine Hand. Boris, der gerne einen Dolch bei sich trägt, um sich ein wenig großmaulig aufzuführen, wenigstens vor sich selbst, zögert nicht lange und sticht zu. Danach bewegt sich bei Caesar gar nichts mehr.

Theoretisch könnte man die Mustermannsche Tragödie auch mit einem Raubmord in Verbindung bringen: grausige Bluttat als Tarnung der eigentlichen Tat, des Raubs. Das finde ich bei so vielen Leichen etwas überzogen. Alles andere Gedankliche in diese Richtung klingt nach Folter und langen quälenden Stunden, das lasse ich.

Bei Manfred paaren sich Diebstahl und Raubmord. Raub und Raubmord hätte besser geklungen, aber Manfred begeht einen Diebstahl, indem er die Versicherung betrügt, das ist kein Raub. Zum Unterschied zwischen Raub und Diebstahl scheint zu gehören, dass ein Raub immer mit Gewalt verbandelt ist. Wikipedia sagt hierzu (28.9.17):

Der Raub ist ein Tatbestand des deutschen Strafrechts. Er ist im 20. Abschnitt des Besonderen Teils des Strafgesetzbuchs (StGB) in § 249 normiert. Der Tatbestand kombiniert die Tathandlungen von Diebstahl (§ 242 StGB) und Nötigung (§ 240 StGB) und versieht sie mit einer gegenüber beiden Delikten erhöhten Strafandrohung. Tatbestandsmäßige Handlung ist demnach die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache mittels Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben.

Der in § 250 StGB geregelte schwere Raub versieht als Qualifikation des Raubs bestimmte Begehungsweisen dieses Delikts mit verschärfter Strafandrohung. § 251 StGB erfasst als Erfolgsqualifikation den Fall, dass ein Raub zum Tod eines anderen Menschen führt.

Klarer Fall bei Caesar Beyer, das war kein Diebstahl. Anders wäre es, wenn der Mörder unerkannt davonläuft, nachdem er seine Emotionen mit Schüssen und Dolch an Caesar ausgelassen hat. Dann kommt ein Unbekannter oder Boris vorbei, sieht die Leiche, weiß von den Edelsteinen und nimmt sie mit. Dann ist diese Person ein Juwelendieb, kein Juwelenräuber.

Eine weitere, meiner Ansicht nach sehr klare und deutlich kürzere Differenzierung finden wir in http://www.123recht.net/Abgrenzung-von-Raub-und-Diebstahl:

Der Raub als Straftatbestand ist zusammengesetzt aus dem Diebstahl (§ 242 StGB) und der Nötigung (§ 240 StGB).

Der Täter nimmt fremde Sachen weg, indem er einen anderen dazu nötigt, die Wegnahme zu dulden – dies entweder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch Anwendung von Gewalt.

Wäre Familie Mustermann ein Muster des Sparens und Geldanhäufelns gewesen, so hätte sich in der Tat ein grausamer Raub zusammenzimmern lassen. Ich deute nur an – erst Beseitigung der Kinder, dann Erpressung von Herrn Mustermann, der im Angesicht des drohenden Todes seiner geliebten Frau alle finanziellen Versteckorte Preis gibt (da wusste er noch nicht, dass seine Kinder bereits tot sind). Kaum haben die Räuber das Geld und andere Schätze gefunden, geraten sie in eine Art Blutrausch. Drogenabhängige? Profiräuber knallen schnell ab. Nur so angedacht, aber ich finde die Vorstellung zu schlimm, als dass ich so eine Geschichte verfolgen würde.