Krimi to Go – T (2/3)

Manfred Kleinhaus ist ein Toter. Ich kann mich zurzeit nicht entscheiden, ob ich auf den Weg zur Auflösung noch eine weitere Leiche legen möchte. Zentraler Punkt in dieser Geschichte ist sicherlich der Totenschein. Denn für ein Begräbnis braucht der Bestatter einen Totenschein, ebenfalls brauchen ihn die Erben für das Einkassieren der Lebensversicherung. Caesar und Nadine haben nach langen Bemühungen endlich den Totenschein in der Hand, studieren sorgfältig alle Angaben. Der Arztstempel ist interessant, denn den Arzt gibt es. Dieser weist jede Mitschuld von sich und mimt den Nichtswissenden. Ob er das wirklich ist, mag noch dahingestellt sein, auch wenn es recht plausibel ist, denn der Doktor ist Frauenarzt. Frauenärzte stellen in der Regel keine Totenscheine für Männer aus. Jedoch sinnieren Nadine und Caesar darüber, warum Manfred nicht einen unauffälligeren Arzttypus für seinen Totenschein gewählt hat. Wollte er vielleicht für den Fall, dass ihm etwas zustößt, noch eine Botschaft an die Ermittler senden?

Gut fände ich in diesem Zusammenhang, wenn die kleine Tochter von Nadine entführt wird, um Nadine von weiteren Recherchen abzuhalten. Die achtjährige Sarah-Emilia ist zum Glück nicht eines dieser vorlauten, altklugen Mädchen, die schon durch ihre ständigen Randbemerkungen die Erpresser an den Rand des Wahnsinns treiben. Nein, sie ist eine schmale Person, hat große kluge graue Augen und presst die meiste Zeit, in der wir sie sehen, eine Puppe mit schlabbrigen Stoffarmen an den Körper. Sie weint auch gelegentlich, wenn ein Erpresser sie grob anfährt. Eine schmalzige Szene, bei der ein Erpresser dem Charme des stillen Mädchens erliegt und er sie heimlich freisetzt, weil er weiß, dass die Kumpane ernst machen mit der Todesdrohung, macht sich hier sehr gut. Sarah-Emilia läuft also mit ihrer Puppe angstvoll und „Mama, Mama…“ rufend durch den Wald. Sie überquert Hals über Kopf eine wenig befahrene Straße, auf der gerade an diesem Tag ein Vertreter nach einem erfolglosen Tag entlangfährt. Beinahe hätte der Fahrer das kleine Mädchen überfahren, aber nein, es wird alles gut. Er hält an, sie ist verängstigt und will nicht einsteigen. Er fragt sie nach Namen und Adresse und sagt: „Pass auf, wir rufen jetzt mal deine Mama an, damit sie weiß, wo du bist.“ Sarah-Emilia nickt unter Tränen und hockt sich an den Straßenrand. Eine Variante wäre, dass der Vertreter noch sterben muss, vielleicht erschossen von den Entführern auf der Suche nach Sarah-Emilia, die sich rastlos schon wieder auf den Weg gemacht hat? Nö, das passt nun gar nicht.